Am Samstag steigt in der Regionalliga das große Fernduell zwischen Rot-Weiss Essen und Preußen Münster. Es geht um den Aufstieg in die 3. Liga. Beide Teams sind punktgleich und RWE hat das um zwei Treffer bessere Torverhältnis.
Essen trifft zuhause auf Ahlen, Münster auf die U21 des 1. FC Köln. Es wird ein Nervenspiel, der Blick auf den anderen Platz wird immer dabei sein.
Wie man es am letzten Spieltag nicht macht, das hat RWE 2008 gezeigt. Nach dem Zweitliga-Abstieg 2007, der am letzten Spieltag nach einem 0:3 ausgerechnet beim MSV Duisburg feststand, ging es erneut eine Liga runter. Denn die obere Hälfte der 3. Liga qualifizierte sich in der Saison 2007/08 für die 3. Liga, der Rest stieg ab in die Regionalliga.
Masuch - Kazior (71. Lindbaek), M Lorenz, Sereinig, Schäfer - Gorschlüter (78. Klinger), Haeldermans - Guie-Mien, Brandy (88. Czyszczon) - Güveniski, M. Kurth
RWE hatte nach einer Aufholjagd beste Chancen mit einem Heimsieg gegen den bereits abgestiegenen VfB Lübeck die 3. Liga zu sichern. 18.027 Zuschauer wollten RWE zum Sieg schreien. Dass gegen einen Gegner, der am Spieltag die knapp 450 Kilometer über die A1 anreiste, sich im Essener Goalfever neben der damaligen RevierSport-Redaktion vor der Partie auf Kleinfeldern etwas ausruhte.
Eine Vorbereitung, die eigentlich nicht zum Erfolg führen kann. Am Ende reichte es dennoch durch einen späten Treffer zum 1:0-Sieg, Essen war am Boden, es gab den Doppelabstieg. Nach der Begegnung stürmten Zuschauer das Feld, mit diesem Rückschlag hatte niemand gerechnet.
2020 erinnerte sich Michael Lorenz an den schlimmen Tag für RWE: "Die RWE-Fans sind leidensfähig. Es war alles angerichtet: Wir hatten ein Heimspiel gegen einen abgeschlagenen Gegner. Dementsprechend waren die Zuschauer nach der Niederlage verständlicherweise fassungslos. Wir wurden aber nicht von den Zuschauern attackiert. Sie waren einfach geschockt und frustriert. Auch ich war sehr enttäuscht."
Es war generell eine Zeit, in der für RWE wenig passte. 2010 gab es die Insolvenz, es folgte der einzige Aufstieg seit dieser Zeit. Nach der Insolvenz ging es sofort von der NRW-Liga in die Regionalliga. Und jetzt, viele Jahre später, soll der Sprung in die 3. Liga gelingen. Noch nie war RWE so nah dran, wieder wird das Stadion voll sein.
Vor einer Woche in Lotte gegen Rödinghausen hat die Mannschaft den ersten Stresstest bestanden, beim 3:0 stand sie schon gehörig unter Druck. Nun soll - mit der Kulisse im Rücken - der große Wurf gelingen. Anders als 2008, als auch alles angerichtet war.